Modernste Technik – wir nutzen Wärmebilddrohnen für präzise Jungwildsuche
Dank der technischen Entwicklung von unbemannten Flugfahrzeugen und der Adaption von kleinen hochsensiblen Wärmebildkameras ist unsere Arbeit erst möglich und finanzierbar geworden. Waren Wärmebilddrohnen um die Jahrtausendwende als Einzelentwicklung quasi unbezahlbar, wurden sie um 2020 serienreif und schon um 6000€ am Markt verfügbar.
Die Wärmebildtechnik macht unterschiedliche Temperaturen am Boden sichtbar. Ein „warmes" Rehkitz setzt sich aus Wärmebildsicht sehr gut von der kalten Wiese am Morgen ab. Aber schon die ersten warmen Sonnenstrahlen sorgen dafür, dass sich die Flächen und allen voran Maulwurfshügel erwärmen. Schon nach wenigen Stunden sind auch die letzten Flächen warm und auch die hochmoderne Technik kann das Kitz nicht mehr sicher detektieren. Dies ist der Grund, warum wir überwiegend am frühen Morgen oder späten Abend unterwegs sind.
Mit Hilfe von mobilen Akkupacks sind wir in der Lage, bei guten Wetterverhältnissen auch länger im Einsatz zu bleiben, da die Akkus einer Drohne im laufenden Einsatz auch recht schnell zur Neige gehen. Da die Drohnen bei uns im intensiven Einsatz stehen – so flog bspw. unsere neueste Drohne in den Monaten Mai/Juni 2025 fast 900 km – ist nicht absehbar, wie lange das Material den Belastungen standhält. Auch der Austausch von defekten Akkus verschlingt schnell vierstellige Summen und für gerade mal 5 Jahre alte Drohnen sind teils keine neuen Akkus mehr erhältlich.
Aktuell verfügen wir über acht Drohnensysteme, von denen eines bereits aus Altersgründen ausgesondert werden musste. Wir starteten mit einer DJI Mavic 2 Zoom mit adaptierter Flir-Wärmebildeinheit, weiter ging es mit vier DJI Mavic 2 Enterprise Advanced, zwei DJI Mavic 3T bis hin zu DJI Matrice 4T.
Die bislang vier Förderprogramme des Bundesministeriums für Landwirtschaft und Ernährung konnten auch unseren Verein finanziell bei der Anschaffung der benötigten Drohnen unterstützen. Ohne diese Unterstützung wäre die Arbeit der Jungwildrettungsvereine kaum möglich.
Leben retten – der Ablauf der Jungwildsuche
Schon im ersten Morgenlicht treffen sich Pilot und Läufer an den zu mähenden Flächen. Idealerweise wurden die Flächen im Vorfeld vom Landwirt an den Piloten übermittelt und die Drohne entsprechend programmiert. Diese Drohne fliegt dann automatisiert in geraden Bahnen die zu mähende Fläche ab, so dass sich der Pilot bzw. Spotter „quasi" auf die Auswertung des Wärmebilds konzentrieren kann.
Die Läufer, bewaffnet mit Funkgerät, Kisten und Keschern, laufen langsam quer der Flugroute der Drohne durch die Fläche.
Erkennt der Pilot bzw. Spotter eine Wärmequelle, stoppt er die Drohne. Mit Hilfe der Echtbildkamera und Zoom versucht er, die Wärmesignatur zu bestimmen. Handelt es sich um Jungwild, wird mittels Funkverbindung das nächstgelegene Läuferteam zum Jungwild gelotst, dieses in der Kiste gesichert und an den Rand der Fläche im Schatten abgestellt.
Nach Abschluss der Suche sollte die Fläche umgehend gemäht werden, damit das Jungwild zeitnah wieder freigelassen werden kann.
Mit Hilfe von aufgepieksten Tüten oder piepsenden Rauchmeldern kann eine Fläche im Vorfeld zusätzlich beunruhigt werden. Eine 100%ige Sicherheit bieten die Maßnahmen aber nicht und sind somit nur als Zusatz zur Absuche mit der Wärmebilddrohne zu betrachten.
Fläche zur Jungwildsuche anmelden
Hier haben Sie die Möglichkeit, uns Ihre zu mähenden Felder direkt anzumelden. Bitte die Felder möglichst exakt per Klick als Polygon umranden und auch gern spezifische Feldernamen mit angeben. Da wir auf den Datensatz auch in den nächsten Jahren zugreifen können, muss dies im besten Fall nur einmal gemacht werden. Bitte bedenken Sie, dass gerade bei gutem Wetter alle Landwirte ihre Flächen mähen wollen und wir nur begrenzte Kapazitäten haben. Wer sich also zeitig bei uns meldet, kann in der Regel auch unterstützt werden.
Jetzt Fläche anmeldenDer Verein – unsere (Erfolgs-)Geschichte
Die Wildtierrettung Wildenhorst e.V. wurde im Herbst 2020 von Jägern und Landwirten des Jagdrevieres Wildenhorst in der Gemeinde Rastorf gegründet, um das in den Wiesen verharrende Jungwild vor Verletzungen oder gar Tod im Rahmen des ersten bzw. zweiten Wiesenschnittes mit Hilfe von Drohnen mit Wärmebildkamera zu bewahren.
Mit Hilfe von zahlreichen Spenden konnten wir unsere technische Ausrüstung aufstellen und unsere Arbeit bereits in 2021 aufnehmen. Anfänglich rein für die Flächen in Wildenhorst gedacht, sprach sich unsere Arbeit in Windeseile herum, sodass schon im ersten Jahr über 900 ha im Kreis Plön von uns abgesucht wurden.
Unterstützt werden unsere Piloten von zahlreichen Freiwilligen, die in den frühen Morgen- und späten Abendstunden bereitstehen, um das von der Drohne gefundene Jungwild zu sichern. Bis auf wenige Ausnahmen arbeiten bei der Jungwildsuche Landwirt, Jäger und Drohnenteam eng zusammen, um die Vielzahl an Flächen abzusuchen und möglichst die Mähverluste des Jungwildes vermeiden zu können.
Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Spenden angewiesen, um die laufenden Kosten für Versicherung, Material, Ersatzteile und Genehmigungen stemmen zu können. Glücklicherweise unterstützen Jäger, Landwirte und Naturfreunde mit Spenden unsere Arbeit.
Statistik – Zahlen sagen mehr als Worte
| Kennzahl | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 | 2025 | 2026 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Abgesuchte Fläche (ha) | 923 | 1.845 | 2.335 | 3.470 | 3.724 | 3.482 |
| Einsätze | 64 | 120 | 183 | 218 | 261 | 256 |
| Einsatztage | 24 | 38 | 50 | 51 | 43 | 41 |
| Einsatzstunden Piloten | 122 | 242 | 235 | 264 | 279 | 250 |
| Gefahrene km Piloten | – | 330 | 4.100 | 4.871 | 5.352 | 5.065 |
| Gefundene Kitze | 125 | 202 | 191 | 242 | 242 | 334 |
| Gefundene Damkälber | 3 | 27 | 16 | 46 | 23 | 29 |
| Gefundene Hasen | 0 | 7 | 12 | 10 | 20 | 29 |
| Gefundene Gelege | 5 | 2 | 14 | 14 | 11 | 12 |
| Drohnensysteme im Einsatz | 2 | 3 | 5 | 7 | 8 | 8 |
Unterstützen Sie unsere Arbeit
Als gemeinnütziger Verein sind wir auf Spenden angewiesen. Jeder Beitrag hilft uns, weitere Drohnen anzuschaffen, Versicherungen zu bezahlen und unsere ehrenamtliche Arbeit fortzuführen.
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